Europa-Park will Schweizer Expo-Pavillon

Kaufgespräche in vollem Gang

RUST. Noch ist die Expo nicht vorbei, doch in Hannover sortieren die Versteigerer schon die Gebote für die Pavillons. Auch aus dem Südwesten liegt ein Kaufwunsch vor. Der Europa-Park ist am Erwerb des Schweizer Pavillons interessiert. Das bestätigte gestern die Sprecherin des Parks, Christine Wenz: "Das Gebäude würde sehr gut in unseren Themenbereich Schweiz passen."

Ursprünglich hatte Parkchef Roland Mack den Pavillon aus Ungarn im Visier. Die Holzkonstruktion in Form eines Schiffsbugs hätte sich für Videovorführungen gut geeignet und wäre mit 15 Metern Höhe ein Blickfang gewesen. Doch seit es für "Ungarn" andere Pläne gibt, schielt Mack gen Schweiz. Deren viel gepriesener Expo-Pavllion ist ein Labyrinth aus lose geschichteten Vierkanthölzern. Die Konstruktion erhob den Anspruch, nach der Expo in seine Bestandteile zerlegt und wieder verwertet werden zu können. Zudem verstand sie sich als Gesamtkonzept aus Bauwerk, Serviceangebot und Kunsterlebnis. Im Innern erwarteten die Besucher mehrere Bars. An den Wänden prangten Gedichte. Musiker wandelten durch die Gänge und spielten auf seltsamen Instrumenten. Zur 29. Minute jeder Stunde versammelten sie sich. Auf einen bestimmten Ton hin verfielen sie für eine Minute in die Starre. Die Kaufverhandlungen sind laut Wenz im Gange. ?ber Geld wollte sie gestern nicht reden. In Rust könnte man sich den Pavillon als Anstellbereich für den "Materhorn-Blitz" vorstellen. Dass auch die Schweizer Musikanten dort auftreten, schloss Christine Wenz jedoch aus. Einen anderen Expo-Teilnehmer hat Roland Mack schon abgeworben. Zum "Halloween-Festival" vom 28. Oktober bis 5. November wird der Veranstalter der Expo-Light-Show "Flambée" den Park allabendlich in ein Lichtermeer tauchen.

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Europa-Park sagt den Schweizern ab

EXPO-Pavillon ist zu teuer

RUST. Jetzt wird`s also doch nichts mit dem Umzug des Schweizer Expo-Pavillons in den Europa-Park nach Rust. Fast drei Millionen Mark hätte Park Chef Roland Mack für das Bauwerk hinblättern müssen ? "viel zu viel", wie Parksprecherin Christine Wenz bestätigte.

Allein eine Millionen Mark an Architektenhonorar wollten die Schweizer für ihren Pavillon sehen. Mindestens ebenso teuer wäre den Park das eigentliche Bauwerk aus einigen tausend Vierkanthölzern gekommen. Schlie?lich hätten die badischen Freizeitunternehmer den Abbau in Hannover und den Aufbau in Rust übernehmen müssen. "Alles in allem rund drei Millionen Mark. Das war es uns nicht mehr wert", hie? es gestern aus dem Park. Nach ausführlichen Verhandlungen, die eine Annäherung nicht mehr erkennen lie?en, nahm Roland Mack Abstand von seinen Kaufplänen.

Damit kommt nun also kein Expo-Pavillon nach Rust. Macks weitere Favoriten, der ungarische Pavillon und das Tipi-Zelt, sind schon verplant. Den Ausverkauf der Weltausstellung hat er trotzdem im Blick. "Wir stöbern ein bisschen rum", sagte seine Pressesprecherin. Einen Elektrowagen nennt Mack schon sein Eigen und andere "Kleinigkeiten" von der Inventarliste der Expo-Versteigerer können noch dazu kommen.

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