Jetzt will Rust es wissen

In Freiburg geplantes Science-Center bricht zu neuen Ufern auf

FREIBURG. Wissenschaft kann auch unterhaltsam sein, werben die Freiburger Förderer eines Science-Centers. Unterhaltung darf auch wissenschaftlich sein, kontert der Europa-Park in Rust. Gemeint ist das Gleiche: Die Etablierung eines Erlebniszentrums für Naturwissenschaften, dass, je nach Blickwinkel, die Schüler für den Europa-Park oder die Naturwissenschaften begeistern soll.

Offiziell mag noch keiner den Zuschlag kommentieren. Doch die Signale sind eindeutig: Privatunternehmen sticht ?ffentliche Hand; das Science-Center soll nach Rust kommen. Im Freiburger Rathaus sind einige Kommunalpolitiker zufrieden mit dieser Entwicklung. Das hoch gelobte Science-Center wäre ihrer Ansicht nach ein höchst defizitäres Unternehmen geworden. Und so fiel die Unterstützung des kühl rechnenden OB Rolf Böhme (SPD) in den vergangen zwei Jahren recht verhalten aus.

Firmenchef Roland Mack verhehlt nicht, dass ihn das geplante Science-Center reizt. Gespräche mit Ministerpräsident Erwin Teufel und Kultusministerin Annette Schavan (beide CDU)wurden bereits geführt. 300 000 Schüler kommen im Jahr in den Park. Mit einer offiziellen Empfehlung des Kultusministeriums zum Besuch des Science-Centers könnten es viel mehr werden. Das Konzept ist ohnehin im Hause Schavan entstanden: Das Ministerium stellte einen Lehrer frei. Doch 40 Millionen Mark sind auch für das mittelständische Unternehmen eine ordentliche Investition, und keiner der wissenschaftlichen Unterhaltungspaläste rechnet sich bislang. Ein Blick nach Bremen zeigt, wie die Entwicklung laufen könnte: Angeschoben wurde das eben eröffnete Wissenschafts-Erlebniszentrum von der Universität - "Wissenschaft muss sich präsentieren" - betrieben wird es vom Heidepark Soltau, die Kosten für das 68 Millionen Mark teure "Universum" teilen sich die Hansestadt und private Investoren.

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