Kommt ein zweiter Europa-Park?

Damit der Ruster Freizeit Park weiter wachsen kann, sollen 120 Hektar auf Gelände der Gemeinde Ringsheim reserviert werden

Von Joachim Röderer

RUST. Bekommt der Europa-Park in einigen Jahren einen kleinen Bruder an der Stra?e zwischen Rust und Ringsheim? Laut einem ,"Konzept Zukunft" des Parks sollen auf einer Fläche von rund 120 Hektar ein Spa?bad, Funsport-Anlagen, Camping-Platz, Fernsehstudios, Open-Air-Bühne und ein Hotel-und Kongresszentrum entstehen. Auch ein zweiter kleinerer Themenpark könnte gebaut werden.

Ein Standort, zwei Parks - in Florida gibt es in dieser Richtung ein bekanntes Vorbild mit Disney-World und Epcot-Center. Doch so hoch möchte Europa-Park-Geschäftsführer Roland Mack die neuen Plane nicht gehängt sehen. Von einem zweiten Mega-Freizeit-Park, den gestern die Grünen aus dem Konzept Zukunft herausgelesen haben, könne nicht die Rede sein, sagt Mack.

Das ins Auge gefasste Gelände liegt direkt am Zubringer zum künftigen Autobahnanschluss Ringsheim, noch in Sichtweite des Europa-Parks. Das Areal entspricht immerhin der Fläche von 200 Fu?ballfeldern und bringt es auf die doppelte Grö?e wie der bestehende Park. "Wir werden das sicher nicht morgen oder übermorgen angehen" meint Firmenchef Mack. Zunächst will sich das Freizeitunternehmen auf das bestehende Parkgelände konzentrieren und zunächst dort alle Möglichkeiten zur Erweiterung nutzen. Mack: "Die nächste Achterbahn bauen wir sicher nicht zwischen Ringsheim und Rust". Er kann sich drau?en an der Autobahn aber sehr gut ergänzende Einrichtungen für den Tourismus und andere Dienstleistungen vorstellen.

Eine vom Park in Auftrag gegebene Studie hat den Freizeitunternehmer in seiner Meinung bestärkt. Im Park läuft zudem noch eine Besucherbefragung. Zu der Palette der Möglichkeiten zählen neben Bad, Hotel, Campingplatz, Entertainment auch ein Science-Center oder ein Planetarium - wie es auch in Freiburg geplant ist. Die Gemeinden Ringsheim und Rust seien auf das Unternehmen zugekommen, sagt Mack. Rusts Bürgermeister Günter Gorecky verweist darauf, dass die Oberrheinkonferenz Rust als europäischen Schwerpunkt für Tourismus eingestuft habe. Da sei es nur konsequent, sich frühzeitig um die weitere Entwicklung zu kümmern. Es bestehe Handlungsbedarf, weil der Europa-Park zumindest mittelfristig auf dem bestehenden Gelände an seine Grenzen sto?e: "Wir wollen dem Park hier vor Ort ein zweites Standbein bieten, bevor er es sich irgendwo anders sucht", sagt der Bürgermeister.

Heute tagt der Regionalverband, und es wird bei den ?nderungen für den Regionalplan auch um das Thema Rust und Ringsheim gehen. Kritik kommt von den Grünen, weil 70 Hektar der vorgesehenen Flächen planungsrechtlich im regionalen Grünzug liegen. Die Grünen warnen vor vorschnellen Entscheidungen und fordern detaillierte Untersuchungen. "Alles andere wäre nicht sachgerecht und hinterlie?e den Eindruck, dass schon jetzt ohne gro?es Aufsehen entsprechende Fakten geschaffen werden sollen", so Eckart Friebis, Fraktionsvorsitzender im Regionalverband.

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