Mit Tempo 100 in die Tiefe

Ruster Gemeinderat gibt grünes Licht für die grö?te Achterbahn des Kontinents im Europa-Park

RUST. Der Weg für die grö?te Achterbahn Europas ist frei: Der Ruster Gemeinderat beschloss am Montagabend gegen die Stimme von Steffen Bühler (SPD) die ?nderung der Bebauungspläne "Latscht-Reute" und "Kohlhüttenmatte".

Die ?nderung ist notwendig, weil die geplante Achterbahn des Europa-Parks über den Gro?parkplatz gebaut werden soll. Das geplante Objekt misst an seiner höchsten Stelle 70 Meter. Rund 1600 Meter soll die Fahrstrecke lang werden. In vier Minuten Fahrzeit erreichen die Gefährte die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Bundesstra?en: Mit 100 Stundenkilometer "brettern" die Parkbesucher in die Tiefe.

Laut Aussage von Pressesprecherin Christine Wenz soll die neue und grö?te Achterbahn Europas eine Transportkapazität von 1800 Personen pro Stunde erreichen. Mit dem Bau soll spätestens im Herbst begonnen werden. Nicht einfach habe man es sich bei der Entscheidung gemacht, die Bebauungspläne zu ändern, betonte Bürgermeister Günter Gorecky. Das Für und Wider sei sorgfältig abgewogen worden, und der Gemeinderat habe über die geplante Attraktion des Europa-Parks im Jahr 2002 ausgiebig diskutiert. Planer Holger Fischer erläuterte dem Gemeinderat die geplanten ?nderungen, die sich nur auf gewisse Korridore in den einzelnen Plänen auswirken werden.

Bei der Aufstellung der beiden Bebauungspläne war man vor einigen Jahren davon ausgegangen, dass in die Fläche kein Fahrgeschäft gebaut werden soll. Durch den Plan des Europa-Parks müssen die festgesetzten Bauhöhen nun neu definiert werden. 

Die tiefsten Punkte des Fahrgeschäftes müssen demnach mindestens vier Meter über dem Gelände darunter liegen. Ganz klar soll auch in den Bebauungsplänen festgelegt werden, dass nur ein Fahrgeschäft auf diesem Areal gebaut werden darf.

Gemeinderat Steffen Bühler (SPD) wollte vor der Abstimmung zur Genehmigung des ?nderungsentwurfs öffentlich erklären, warum er als einziger Gemeinderat gegen die ?nderung stimmen werde. Für Bühler ist die geplante Achterbahn mit 70 Meter Höhe "ein Gebilde", das ihm in diesen Dimensionen nicht gefällt. Vor Jahren habe man im Gemeinderat als allgemeinen Gedanken beschlossen, dass an dieser Stelle kein Fahrgeschäft gebaut werden soll.

Bühler befürchtet, dass es bei dieser Ausnahme nicht bleiben wird und noch andere Bauanträge folgen. Zudem gab er zu bedenken, dass sich der Geräuschpegel des Parks in Richtung Westen ausweitet, zum Sportplatz, zum Tennisplatz und zum Badesee hin ? in Bereiche also, die der Erholung dienen würden.

Bürgermeister und Gemeinderat nahmen die persönliche Erklärung zur Kenntnis, sahen aber keinen weiteren Diskussionsbedarf.

© 2001 Badische Zeitung