Sicher ist nur: Der Grünzug muss weg

Die Erweiterung des Europa-Parks bei Rust wirft komplizierte Verfahrensfragen auf

RUST. Der Europa-Park will erweitern und dafür braucht er Platz. Ein regionaler Grünzug zwischen Rust und Ringsheim böte sich an. Doch der Regionalverband Südlicher Oberrhein tut sich schwer mit dessen Auflösung, solange Parkchef Roland Mack nicht konkrete Pläne auf den Tisch legt. Hingegen meint der Freiburger Regierungspräsident Sven von Ungern Sternberg, es könne von einem Unternehmen nicht erwartet werden, jetzt schon die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte zu konkretisieren. "Der Europa-Park in Rust ist ein wirtschaftliches und touristisches Zugpferd in der Region, dessen Weiterentwicklung gesichert sein muss", teilte der Regierungspräsident mit.

Vorangegangen war ein Antrag der Grünen-Fraktion im Regionalverband. Das Regierungspräsidium möge in einem Raumordnungsverfahren prüfen, ob eine Erweiterung des Europa-Parks in der Raumschaft verträglich sei. Ein solches Verfahren nannte die Regionalverbandsfraktion zudem geeignet, mögliche Standortalternativen zu beurteilen und die Standortauswahl zu optimieren.

Von Ungern-Sternberg ist anderer Meinung: Statt eines Raumordnungsverfahrens hält er den Weg der Regionalplanänderung für erfolgsversprechend, um den raumordnerischen Rahmen für die weitere Entwicklung des Europa-Parks aufzuzeigen. Gegen ein Raumordnungsverfahren spreche, dass ein solches nur bei konkreten Projekten sinnvoll und machbar sei, nicht aber bei langfristigen Planungen, teilte der Regierungspräsident mit.

Ohnehin müsse der Regionalverband zunächst den Grünzug im betroffenen Bereich zurücknehmen. Da biete sich an, eine positive Regelung über die künftige Nutzung zu treffen. Zugleich müssen laut von Ungern-Sternberg "Randbedingungen festgelegt werden, die raumordnerisch schädliche Beeinträchtigungen in der Region verhindern". Die Ansiedlung von Einkaufszentren oder eines Kongresszentrums auf dem neuen Europa-Park-Gelände schlie?t der Regierungspräsident aus diesem Grund aus. Andererseits sei es für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Europa-Parks unabdingbar für das Unternehmen Planungssicherheit zu schaffen. Für das Regierungspräsidium kündigte er an, die ?nderung des Regionalplans konstruktiv zu begleiten.

© 2001 Badische Zeitung