Eine Lanze für den Park

Regionalverbands Direktor Roland Hahn sprach beim Bürgerabend in Ringsheim

Von unserer Mitarbeiterin Marga Kohr

RINGSHEIM. Die Gedanken über die Zukunft bringen die Ringsheimer Bürger auf Trab. Und da der Bürgerabend bis auf die Ehrungen im Zeichen der Zukunft stand, war das Bürgerhaus am Freitagabend voll.

Der Europa-Park war eines der Hauptthemen des Bürgerabends. Es sei wichtig, dass die Menschen, die hier leben und arbeiten, sich in der Gemeinde wohlfühlen, sagte Bürgermeister Heinrich Dixa. Beim Thema "Leben und Arbeiten" könne es jedoch durchaus zu Interessenkonflikten kommen.

Ein paar Mal schlugen die Emotionen hohe Wellen. Die Frage, wohin Ringsheims Industrie und Gewerbe, eingegrenzt von Deponie, Europa-Park und regionalem Grünzug, noch ausbreiten könne, war für eine Gruppe von Bürgern wichtiger als die Erkenntnis, dass die Entwicklung Europa-Park, wenn es dann so weit ist, Ringsheim eine ungeheure Chance bietet, Arbeitsplätze schafft, Dienstleistungsbetriebe auf den Plan ruft und Aufschwung bringt.

Roland Hahn, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, brach eine Lanze für den Europa-Park: Weltweit der beste Park, 62 Hektar gro?, der sich am jetzigen Standort nicht weiter entwickeln könne und Raum brauche, um der beste Park der Welt zu bleiben.

Auf 120 Hektar, zwischen Rust und Ringsheim, solle der "Naturgarten Europa-Park II" entstehen und den Park zur grö?ten und wichtigsten Freizeitinstitution für die ganze Region machen. Freiburg und Offenburg würden ebenfalls davon profitieren, denn Hunderttausende Franzosen, Schweizer und Deutschen kämen nur des Parks wegen in die südwestliche Ecke Deutschlands. Der Europa-Park sei vom Ziel eines Tagesausflugs zu dem eines Kurzurlaubs geworden. Er müsse darauf reagieren mit neuen Angeboten. "Es geht um die Zukunft der Region", betonte Hahn.

Städtebaulich und ökologisch möchte der Park das bisherige noch übertreffen. Ausführlich erläuterte Hahn das Verfahren, vom Aufstellungsbeschluss über die Verbindlichkeitserklärung des Wirtschaftsministeriums und die Behördenanhörung bis zur endgültigen Genehmigung. Mindestens eineinhalb Jahre nimmt diese Vorarbeit in Anspruch.

Jetzt ist erst einmal die Aufhebung des Grünzuges beantragt. Dabei wird das neue Planziel "Tourismus und Freizeit" hervorgehoben. Ein "interkommunaler Park für Freizeit und Tourismus" ist das Ziel. Von einem "interkommunalen Gewerbegebiet" darf in dieser Beziehung nie wieder gesprochen werden. "Das gibt es nicht", sagte Hahn. Gewerbeansiedlung werde es im ganzen Gebiet, das sich bis zur Autobahn erstreckt, nicht geben. Wohl werde der interkommunale Park die Zukunft der Gemeinde Ringsheim stärker beeinflussen als alles andere. ?ber die eigene Entwicklungsfläche brauche die Gemeinde sich keine Sorge zu machen: ?ber die Eisenbahn stehe eine gro?e Fläche zur Verfügung. Nur landwirtschaftliche Nutzung gibt es im "Naturgarten Europa-Park II" selbstverständlich nicht mehr.

Bürgermeister Dixa ergänzte, dass Rust und Ringsheim eine ?nderung des Regionalplanes beantragt haben, damit sich ein "Europäischer Schwerpunkt für Tourismus" entwickeln könne. Der Grünzug, über dessen Ausma? sich einige Bürger heftig beschwert hatten, werde im zweiten Verfahren sicher nicht mehr so aussehen wie jetzt in der ersten Planung, versicherte Hahn dem Auditorium.

© 2001 Badische Zeitung