"Ein neues Zeitalter"

Gestern wurden der Autobahnanschluss Rust und die Umfahrung zum Europa-Park eingeweiht

Von unserem Redakteur Hubert Fetterer

RUST. Nach nur dreijähriger Bauzeit wurde gestern das grö?te Stra?enbauprojekt des Ortenaukreises eingeweiht. Rund 20 Millionen Euro kosteten der neue Autobahnanschluss Rust und die Umgehungsstra?e zum Europa-Park.

"Verkehrstechnisch gesehen bricht ein neues Zeitalter an", so Landrat Klaus Brodbeck bei der Eröffnung. Dies sei ein Beispiel für die Realisierung eines Gro?projekts. Erfolgreiches Wirtschaften ist laut Brodbeck nur mit einer intakten Infrastruktur möglich. Und dazu gehöre auch der sechsspurige Ausbau der Autobahn und das dritte und vierte Gleis der Rheintalbahnstrecke, sagte Brodbeck.

Durch die neue Anbindung des Europa-Parks würden die Bürger der umliegenden Gemeinden endlich vor den Belastungen des Verkehrs geschützt und den Parkbesuchern eine zügige Anfahrt ermöglicht. Er kenne nur wenige Projekte, deren Resultat allen Betroffenen derart umfassend gerecht würde.

Auch für Verkehrsminister Ulrich Müller war es das "ungewöhnlichste Stra?enprojekt", das er je eingeweiht habe. Gemeinden, Kreis, Land und Bund hätten an einem Strang gezogen, und trotz der gewaltigen Grö?e des Unterfangens habe alles geklappt. Er wäre froh, sagte Müller, wenn in allen Kommunen Probleme so gelungen und nachhaltig gelöst werden könnten. Das Planungs- und Rechtsverfahren sowie Finanzierung und Bauzeit seien flott über die Bühne gegangen. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Bürger der jetzt entlasteten Gemeinden zur gewohnten Lebensqualität zurückfinden werden und wünschte den Kommunen wie dem Park eine "gedeihliche Entwicklung".

"Wir brauchen den Stra?enbau für die Infrastruktur des ländlichen Raums dringender denn je", betonte Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg. Ohne den Ausbau der Autobahn drohe der verkehrstechnische Kollaps. Ungern dankte dem Verkehrsminister für seine Unterstützung in dieser Frage. Die neue Umfahrung bezeichnete er als gro?es und gutes Gemeinschaftswerk der Vernetzung der ganzen Raumschaft. Es sei eine Pflicht der öffentlichen Hand, ein solches Projekt zu unterstützen.

Nachdem zwei Geistliche die Stra?e gesegnet hatten, zog die gro?e Schar der Gäste zur Feierstunde in die Rheingie?enhalle. Dort sprach Bürgermeister Günter Gorecky von einem "Tag der Freude" für Rust. Der Erfolg habe viele Väter. Sein besonderer Dank galt aber den Grundstückseigentümern. Es habe in keinem einzigen Fall Enteignungsprobleme gegeben. Die Einweihung sei nun der Schlussstrich unter dieses Projekt, aber man kauere schon in den Startlöchern, um neue Herausforderungen anzugehen.

Erwin Hampp, Leiter des Stra?enbauamts Offenburg betonte, man habe alle Anstrengungen unternommen, um den Zeitplan zu verkürzen. Der Park habe sich selbst in die Arbeiten eingebracht. Die 14 beteiligten Baufirmen (ohne Subunternehmen) hätten erfolgreich kooperiert. Insgesamt wurden je 100 000 Tonnen Frostschutz- und Asphaltmaterial eingebaut, dazu 200 000 Tonnen Schüttmaterial verarbeitet.

Europa-Park-Geschäftsführer Roland Mack sprach vom "Ende einer Odyssee" nach 25 Jahren Kampf. Nach vielen Unannehmlichkeiten für die Besucher und Anwohner sei man jetzt am Ziel.

© 2002 Badische Zeitung