Rust erhält das grö?te Hotel im Land

Europa-Park will Ende des Jahres mit dem Bau eines 1200-Betten-Hauses beginnen, um sich für den Tagungstourismus zu rüsten

RUST (amp/lsw). In immer grö?eren Schritten dehnt sich der Europa-Park in Rust aus. Jetzt hat der Chef dieses grö?ten Freizeitparks in Deutschland, Roland Mack, angekündigt, er wolle noch Ende dieses Jahres mit dem Bau des grö?ten Hotels in Baden-Württemberg beginnen. Geplant ist ein Hotel mit 1200 Betten in der gehobenen Preisklasse. Damit verdoppelt sich auf einen Schlag die ?bernachtungskapazität des Parks.

Den Bauantrag für das Riesenhotel hat der Ruster Gemeinderat bereits in nicht-öffentlicher Sitzung genehmigt. Obwohl in vier oder fünf Monaten mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden soll, gibt es aber derzeit kein Modell oder eine gezeichnete Ansicht für den Neubau. Mack spricht von einem Gebäude in italienischem Stil, in das er nach eigenen Angaben etwa 40 Millionen Euro investieren will. Der Bauplatz liegt an der Ostseite des Parks, von diesem durch die Ortsdurchfahrt von Rust getrennt. Deswegen soll das neue Hotel über eine breite Fu?gängerbrücke mit dem Europa-Park verbunden werden.

Zugleich muss man in dem 1200-Betten-Hotel das erste Projekt für die gro?zügige Erweiterung des Freizeitparks sehen, die sich von Rust bis fast zur Autobahn erstrecken soll. Mack hat sich zu seinen Plänen für dieses gro?e Areal noch nicht eindeutig geäu?ert, will sich auch Optionen offen halten, um flexibel auf neue Trends im Tourismus reagieren zu können. So ein Trend ist der Tagungstourismus. In ihm sieht Mack ein neues attraktives Geschäftswelt für sein Unternehmen, mit dessen Hilfe ein ganzjähriger Betrieb des Parks ermöglicht würde. Der Europa-Park will vor allem davon profitieren, dass zunehmend Besucher von Kongressen mit ihrer Familie anreisen. Diese Gäste sollen "rundum betreut werden". Aus diesem Grund brauche der Park das zusätzliche Hotel. Zudem wollten immer mehr Gäste mehrere Tage im Freizeitpark bleiben.

Nach Angaben des Gaststättenverbands Baden-Württemberg gibt es im Südwesten bisher kein Einzelhotel mit 1200 Betten. Die beiden Erlebnishotels im Ruster Freizeitpark, "El Andaluz" im spanischen Stil und die mittelalterliche Ritterburg "Castillo Alcazar", haben zusammen knapp 1200 Betten. Sie wurden im Frühjahr 1995 bzw. 1999 eröffnet und sind nach Macks Worten zu 98,9 Prozent ausgelastet - ein Traumwert unter Hoteliers.

Befürchtungen, dass der Europa-Park mit seinem neuen Hotel den Beherbergungsbetrieben im Schwarzwald Gäste wegnimmt, lässt Mack nicht gelten. Der Freizeitpark sorge pro Jahr für 800 000 ?bernachtungen in der Region. Mehr als die Hälfte der Besucher, die länger als ein Tag in Rust blieben, reisten auch nach Freiburg und in den Schwarzwald, viele würde dort übernachten. Obgleich Mack dies durch Gutachten hat belegen lassen, gibt es rund um den Europa-Park als dem Tourismusmagneten in Südbaden immer wieder ?ngste vor dessen übergro?en Konkurrenz und dessen Expansion in immer neue Angebotszweige wie etwa Spa?bäder oder Tagungsgeschäft. Nichts zuletzt deshalb hatte sich Freiburgs ehemaliger Oberbürgermeister Rolf Böhme um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Freiburg und dem Europa-Park bemüht - aber ohne durchschlagenden Erfolg.

Der Europa-Park zählt pro Jahr 3,3 Millionen Besucher. Er beschäftigt derzeit in der Saison 2100 Mitarbeiter. Die Besucher kommen zu 54 Prozent aus Deutschland, zu 20 Prozent aus Frankreich und zu 18 Prozent aus der Schweiz.

© 2002 Badische Zeitung

Park baut drittes Hotel

RUST (tt). Der Ruster Europa-Park wird voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Bau eines dritten Hotels beginnen. Die Investitionen für das 1200-Betten-Gebäude belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro. Es dürfte sich um das grö?te Hotel in Baden-Württemberg handeln.

Mit den Vermessungsarbeiten wurde schon vor längerem begonnen, und auch der Gemeinderat ist informiert. Park-Chef Roland Mack ist derzeit nicht zu erreichen. Wie Pressesprecherin Christine Wenz gestern aber gegenüber der BZ erklärte, handelt es sich um einen Bau im italienischen Stil. Die ursprüngliche Variante in der Form des römischen Kolosseums wurde wieder fallen gelassen. Ein Modell oder fertige Pläne für das Vorhaben bestehen laut Wenz derzeit noch nicht. Wer den Park kennt, wei? aber, dass diese Formalitäten in kürzester Zeit erledigt werden können.

Die beiden bestehenden Hotels El Andaluz und Castillo Alcazar verfügen zusammen über eine Kapazität von 1200 Betten. Sie sind zu 98 Prozent ausgelastet. Mit dem neuen Hotel will der Park Besucher noch länger an die Region binden, ein Vorhaben, auf das Roland Mack in der Vergangenheit immer wieder besonders hinwies.

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