Neues Jahr der Rekorde?

Europa-Park verzeichnet einen erheblichen Besucheranstieg, nicht nur wegen der Silver Star

Von unserem Redakteur Hubert Fetterer

RUST. Die Zahl von 3,5 Millionen Besuchern ist für den Europa-Park in dieser Saison durchaus realistisch. "Ein erhebliches Wachstum zeichnet sich zum jetzigen Zeitpunkt ab", bestätigte Geschäftsführer Roland Mack. Wird die neue Rekordzahl erreicht, katapultiert sich der Park weltweit an die Spitze aller Freizeitparks, die nur saisonal geöffnet haben.

"Die Besucherzahlen geben uns vor, was zu tun ist", so Mack gegenüber der BZ. Während andere deutsche Parks im Minus dümpeln, boomt das Ruster Familienunternehmen. "Wir haben deutlich mehr an Angeboten drumrum", sagt Mack selbstbewusst. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme, und die Besucher wüssten dies zu schätzen.

Sechs Mal schon kamen dieses Jahr mehr als 30 000 Menschen an einem Tag in den Europa-Park. Dass sie sich trotz der neuen Ausfahrt durch Staus quälen mussten, liegt für Mack nicht an der zu geringen Kapazität der Zufahrt. An den Anschlussstellen Ettenheim beziehungsweise Herbolzheim müssten Fahrzeuge nur rechtzeitig umgeleitet werden. Dass entsprechende Schilder bei Bedarf - vor einem Stau - aufgeklappt werden können, sei auch vereinbart worden. "Es ist schade, dass uns die Behörden hier bislang nicht begleiten, obwohl wir ziemlich genau wissen, wann es eng wird", bedauert Mack.

Der Park-Chef lag nach eigenem Bekunden mit seiner Diagnose über den Saisonverlauf ziemlich daneben. Disney, Legoland und die Expo bei Basel hatte er als gro?e Konkurrenz eingestuft. Das erneute Wachstum will Mack aber nicht nur am Bau der Super-Achterbahn festmachen. Gut 50 Prozent fahren die Silver Star, aber vornehmlich jüngere Besucher. Die Wasser-Achterbahn "Poseidon" dagegen würde von einer breiteren Zielgruppe, etwa ganzen Familien, frequentiert.

"Vieles, was wir leisten, entsteht aus dem Zwang heraus", sagt Mack. Die Branche sei schnelllebig, und darauf gelte es zu reagieren. "Wir bauen eigentlich dem Wachstum hinterher", betont er auch im Hinblick auf das neue 1200-Betten-Hotel. Dass dies drau?en manche in den falschen Hals bekommen, wei? Mack. Aber allein die Nachfrage an Zwei-Tageskarten habe sich seit 1997 um 100 Prozent verdoppelt. Und 1,4 Millionen Besucher hätten angegeben, sie würden auch im Park übernachten. "Wenn nur ein Drittel dies wahr macht gibt es bereits einen Overflow von 200 000 ?bernachtungen". Dieser ?berschuss kommt automatisch den Bettenanbietern der Umgebung zugute.

Die Grundstücke sind seit Jahren im Besitz von Park und Gemeinde. Im September soll der fertige Plan dem Gemeinderat vorliegen. Dass der "Gang über die Hausener Stra?e als erster Schritt ins interkommunale Gewerbegebiet gesehen werden könnte, räumt Mack ein. Ebenso, dass man über die Verlegung des Sportplatzes in dieses Gebiet nachdenken könnte. "Auch wenn es noch keine konkreten Gespräche darüber gegeben hat", ergänzt er, damit ja keiner was in den falschen Hals bekommt.

© 2002 Badische Zeitung