Babett schwebte am Schönsten

Miss Schleswig-Holstein wurde im Europa-Park zur Miss Germany gekürt/Wahl auch kommendes Jahr in Rust

Von unserem Redakteur Hubert Fetterer

RUST. Man mochte meinen, der Wettbewerb habe schon im Foyer des Botta-Domes begonnen. So viele Miss-verdächtig gestylte junge Damen im "kleinen Schwarzen" oder "knöchellangen Rückenfreien", wie sich da tummelten. Und manche hätte wahrlich eine gute Figur in der späteren Endausscheidung abgegeben.

Doch bis dahin dauerte es noch drei Stunden, überbrückt mit Show, Musik und einem opulenten Mahl, dem die für die Wahl der Miss Germany nominierten 22 Schönheiten im Alter zwischen 16 und 24 Jahren aus nahe liegenden Gründen fern blieben. 

Tausend Gäste, darunter 200 Journalisten, wohnten dem Glamour-Abend bei. Angesicht der orgienhaften Bussi-Bussi-Begrü?ungen lag der Schluss nahe, dass sich viele der dauerlächelnden Kunstgebräunten von ebenso dauerhaften Sonnenstudio-Besuchen kennen mussten.

Dann verhalfen die Veranstalter von der MGC-Miss Germany-Corporation in Oldenburg Gotthilf Fischer zu einem besonderen Auftritt. Der fast 75-jährige "Herr der Chöre" durfte nun auch noch den Allerschönsten derselben dirigieren. Unter seiner Regie schmetterten die Miss-Kandidatinnen ein Abba-Medley: Playback versteht sich: "The winner takes it all" und "Feeling like a number one". Zwei Stunden und zwei Wertungsgänge später - bei denen sich jede in Abend- und Bademode auf dem Laufsteg präsentiert hatte - wurde es für 17 der Mädels zur bitteren Gewissheit: Der Traum von der Nummer eins war für sie geplatzt. Zu den Unglücklichen gehörte auch die in einschlägigen Pressekreisen zu den Favoritinnen gezählte Miss Baden-Württemberg. Die Jury mit gro?en Namen aus Medien, Sport und Show (Bämbel-Hesse Heinz Schenk und Ex-Fu?ballschiedsrichter Walter Eschweiler waren auch dabei) hatte ein unerbittliches Urteil gefällt.

Bis zum gro?en Finale durften diverse aktuelle oder ehemalige Schönheitsköniginnen und -könige ihre Schärpen zur Schau tragen. Und dann präsentierte Moderatorin und Ex-Miss Ines Kuba nochmals die verbliebenen fünf "Schönsten der Schönen". 

Rang drei belegte schlie?lich das Bild-Zeitungs-Model Miss T-Online Laura Müller - ebenso blond wie die Zweitplatzierte Natalia Tropmann aus Nordrhein-Westfalen. Das Rennen machte aber Babett Konau (24), rothaarige Zahnarzthelferin aus Schleswig-Holstein. Sie schwebte am schönsten über den Laufsteg. Au?erdem tanzt sie gerne, treibt Sport und fotografiert viel.

Letzteres wurde sie dann zunächst einmal selbst, denn die Pressevertreter balgten sich auf der Bühne fast eine Viertelstunde um die besten Schnappschüsse. Neben Krone, Reisen nach ?gypten und nach Ibiza, einem Beauty-Paket und vielem anderem konnte die Siegerin auch ein Auto in Empfang nehmen.

Im kommenden Jahr, so war zu vernehmen, wird die Miss Germany wieder im Europa-Park gewählt - allerdings mit einigen grundlegenden ?nderungen wie etwa bei Besetzung der Jury und der Programmgestaltung. Sponsoren hat man schon im Boot.

© 2003 Badische Zeitung