Der Park plant sehr dynamisch

Die meisten Themen im Gemeinderat drehten sich um das neue Hotel "Di Roma"/Planer Allgayer: "Eine gefällige Architektur"

RUST (br). Die beiden Ratsmitglieder Brigitte Rausch und Andreas Link, die sich bei Europa-Park-Themen stets befangen erklären, durften bei der jüngsten Gemeinderatssitzung nur an zwei regulären Tagesordnungspunkten teilnehmen. Ansonsten verfolgten sie von den Zuschauerplätzen das Geschehen am Ratstisch. Es ging ausschlie?lich um Bauvorhaben des Parks. Grö?ter Brocken: der Bebauungsplan für das neue Parkhotel.

Städteplaner Karlheinz Allgayer aus Freiburg lief dann auch zu Höchstform auf. Er erklärte den zahlreichen Zuhörern das Verfahren und den jetzigen Stand des Bebauungsplanes. Dabei verhehlte er nicht, dass sich in der Planung etwas geändert habe, das nun in den Bebauungsplan einflie?en soll. "Der Europa-Park plant sehr dynamisch, ein Planer muss sich da bemühen mitzukommen. Und ich bemühe mich", stellte Allgayer humorvoll fest.

Neu ist ein Konferenzsaal, der an das Gebäude angebaut werden soll. Verzichtet wird dagegen auf eine Fläche, die später eine Fu?gängerbrücke über die Elz als Verbindung des Gewerbegebiets mit dem Hotelgelände ermöglichen soll.

Allgayer präsentierte dem Gemeinderat einen neuen Plan von der Ansicht des Hotels mit verschiedenen Höhenentwicklungen. "Der erste Plan des Hotels hat doch sehr an eine Zweigstelle von Stammheim erinnert", meinte der Planer humorvoll, der betonte, dass dieser noch aus dem Entwurfsstadium stammte. Inzwischen ist die Architektur sehr gefällig, man habe sich bei den Höhenfestsetzungen sehr gut entschieden.

Die Anhörung der Träger öffentlicher Belange hatte keine grö?eren Differenzen ergeben. Die Anregungen des Naturschutzes werden im Grünordnungsplan berücksichtigt. Eine Anregung des Stra?enbauamtes riefen Karl-Heinz Debacher (SPD) und Ewald Scherer (FW) auf den Plan. Sie wollten die Grö?e der Werbeanlagen für das Hotel im textlichen Teil des Bebauungsplanes festgezurrt wissen. Au?erdem sollen entlang der neuen Zufahrtsstra?e keine Werbetafeln angebracht werden. "Italienisch bepflanzen, aber nicht italienisch plakatieren", witzelte Ewald Scherer.

Landschaftsplaner Gerhard Babik stellte den Grünordnungsplan für das geplante Vorhaben vor. Ausführliche Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich beim Dreispitz-Gelände um eine Fläche mit einem "mittleren Artenpotential" handle. Dementsprechend seien auch die Verhandlungen mit dem Naturschutz ausgefallen: Der Ausgleich soll im Verhältnis 1:1 erfolgen, und nicht, wie am Anfang gefordert, 2:1. Die Ausgleichsfläche wird nahe der Blinden Elz ausgewiesen, hier befindet sich das meiste Gelände im Besitz der Gemeinde. Im Grünordnungsplan wolle man dem Bauherrn viele Freiheiten lassen, dass ein entsprechender Spielraum für die italienische Gartenkunst vorhanden sei.

Nun wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt, nachdem sämtliche Anregungen eingearbeitet wurden. Nach dieser Entscheidung genehmigte der Gemeinderat den Bauantrag für das neue Park-Hotel "Di Roma" mit Unterführung, Parkdeck und künstlicher Ruine mit Schwimmbad. Die Arbeiten für die Baustellenvorbereitung und wichtige notwendige Arbeiten sind bereits im vollen Gange, teilweise werden auf der Baustelle 500 Arbeiter tätig sein. Zu Pfingsten kommenden Jahres sollen bereits die ersten Gäste übernachten.

© 2003 Badische Zeitung

Zwei Pläne müssen geändert werden

RUST (br). Zwei Bebauungspläne müssen wegen Bauvorhaben des Europa-Parks geändert werden. Der Gemeinderat beschloss, dass die Pläne "Latscht-Reute II" und "Erweiterung Europa-Park Rust" im einfachen Verfahren geändert werden. Es findet also keine vorgezogene Bürgerbeteiligung statt.

Im Rahmen der Bauarbeiten des neuen Hotels soll ein Monorailbahnhof bei den bestehenden Hotels entstehen. Beim bestehenden Caravanabstellplatz soll die Sanitäranlage erweitert werden. Zudem befindet sich im Anschluss an das Gebäude eine ausgewiesene Streuobstwiese, die für das "Jugendcamp" des Parks genutzt werden soll. Für diese Streuobstwiese muss ein Ausgleich bei der "Blinden Elz" geschaffen werden, wo auch die Ausgleichsflächen für das neue Hotel ausgewiesen werden. Mit der ?nderung des Bebauungsplanes "Latscht-Reute II" wird dadurch ein bereits herrschender Umstand, nämlich das "Jugendcamp" als normale Wiesenfläche, offiziell im Bebauungsplan verankert.

© 2003 Badische Zeitung