Schanghai will eine Kopie

Chinesen zeigen Interesse an der Idee des Europa-Parks/Ergänzung zu Formel-Eins-Rennstrecke

Von unserem Redakteur Hubert Fetterer

RUST. Bis nach China hat sich die Attraktivität des Europa-Parks herumgesprochen. Und jetzt will die Millionen-Metropole Schanghai selbst eine Stätte solche vergnüglichen Freizeitvergnügens, möglichst nach Original-Ruster Vorbild.

Wie Park-Chef Roland Mack gestern gegenüber der BZ bestätigte, war bereits im letzten Jahr eine gro?e chinesische Delegation im Zuge einer Europa-Informationstour im Europa-Park. Und die Manager müssen begeistert gewesen sein. Jedenfalls kehrte vor drei Wochen erneut eine Gruppe im Park an.

Die Herren aus dem Reich der Mitte waren auf der Durchreise nach England zu Bernie Ecclestone, seines Zeichens Herr über die Formel-Eins im Automobilrennsport. Hintergrund: In Schanghai entsteht derzeit eine neue Rennstrecke. Bereits kommendes Jahr sollen Schumacher und Co. dort um Weltmeisterschaftspunkte kämpfen. Und auf dem riesigen Areal wäre noch Platz für einen Freizeitpark.

Alles würden die Chinesen gerne übernehmen: Die Idee mit den europäischen Themenbereichen und sogar den Namen. Letzterer ist in Europa geschützt, aber in Asien könne man darüber nachdenken, so Roland Mack. Auch das Know-how könnten die Karussell-Bauer aus Waldkirch liefern, wenn auch mit erhöhter Kraftanstrengung. "Aber schlie?lich sind wir überall auf dem Markt", sagt Mack. Nur als Betreiber und Geldgeber werde er nicht auftreten. Bevor die Verhandlungen weiter gehen, müssen also die Chinesen selbst einen Investor suchen.

Die Reputation bis nach Fernost schmeichelt Roland Mack, das gibt er zu. Es sei eine Auszeichnung für den Europa-Park, dass die Chinesen beispielsweise nicht zu Disneyland gegangen seien.

Dennoch stellt er klar. "Wir glauben an den Standort Rust und streben für die Erweiterung die Zustimmung über alle parteipolitischen Grenzen hinweg an", betonte Mack. Als Beweis für das Selbstbewusstsein des gefestigten Markenunternehmens wird sich der Park künftig mit einem neuen Logo, einem gro?en gelben "E", präsentieren.

Mit der SWR-3-Elchparty startet der Europa-Park heute in die 219 Tage dauernde Sommersaison. Neben neuen Attraktionen für Gro? und Klein werden in dieser Zeit wieder eine Vielzahl von Events geboten. Dies gilt vor allem auch für Fernsehproduktionen, von denen vergangenes Jahr 207 im Park abgedreht wurden - mit einer Gesamteinschaltquote von 270 Millionen Zuschauern.

In diesem Jahr zählt die Aufzeichnung einer Neuauflage von "Spiel ohne Grenzen" zu den Höhepunkten - ein Wettstreit, bei dem zwei Städte gegeneinander antreten. Im Sommer werden vier solcher Sendungen Samstagabend zur besten Sendezeit nach der Tagesschau ausgestrahlt.

Sämtliche 13 Shows im Park mit einer Gesamtdauer von viereinhalb Stunden wurden für diese Saison neu inszeniert.

Insgesamt beschäftigt der Park jetzt 2500 Arbeitnehmer, 320 kommen mit dem neuen Hotel hinzu, das bereits sichtbare Fortschritte macht. Auf insgesamt 375 Millionen Euro belaufen sich die Investitionen seit der Eröffnung des Parks im Jahr 1975.

© 2003 Badische Zeitung