Noch sind die Geschäfte begrenzt

Regelmä?ige Flüge zum Europa-Park via Black Forest Airport Lahr wird es erst im Juni geben / Babcock setzt parallel auf Fracht.

Von Manfred Dürbeck und Bruno Kohlmeyer

LAHR. Mit zweimonatiger Verzögerung wird auf dem Lahrer Flugplatz BFAL der Inbound-Charterverkehr zum Europa-Park im Juni seinen regelmä?igen Betrieb aufnehmen, hat gestern Martin W. Rey, der Europa-Vorstand von Babcock & Brown gegenüber der Badischen Zeitung bekannt gegeben. Ursprünglich hatte der Investor gehofft, die ersten Flugpassagiere schon zur Eröffnung der Sommersaison am 31. März begrü?en zu können. Man werde die Entwicklung Schritt für Schritt angehen, unterstrich Michael Kreft von Byern, im Europa-Park Beauftragter der Geschäftsführung für das Flugplatz-Geschäft.

Rey verwies als Grund für die Verzögerungen auf die späte rechtskräftige Genehmigung der Lizenz und auf die langfristigen Vorlaufzeiten bei den Verhandlungen mit den Reiseveranstaltern: "Als wir im vergangenen Jahr die Genehmigung bekamen, waren die meisten Kataloge und Prospekte schon im Druck." Erst Juni/Juli werde "dauerhaft mit regelmä?igen Flügen" zu rechnen sein. Skeptikern, die bezweifeln, dass Babcock mit der begrenzten Passagierlizenz Geld verdienen kann, entgegnet Rey mit dem Argument, sein Unternehmen habe immer darauf bestanden, neben der Passagierabfertigung auch den Cargo-Bereich anzugehen. "Hier sind wir mit mehreren Unternehmen in intensiven Gesprächen." Allerdings sei die Bundesregierung in der Pflicht, eine ordentliche Zollabfertigung am Standort Lahr zu installieren. Rey setzt auf die Mithilfe der Landesregierung und glaubt dabei, auf einem guten Weg zu sein.

"Erst beides zusammen ergibt die Profitabilität, die wir uns vorstellen" , so der Europa-Vorstand. Er hatte im Oktober vergangenen Jahres ein Investitionsprogramm im einstelligen Millionenbereich verkündet. "Lahr liegt im Herzen Europas und unsere Infrastruktur ist bestens geeignet, den BFAL als kostengünstige Alternative zu überlasteten Mega-Hubs zu positionieren. Damit wird die gesamte Region auch für weitere Industrieansiedlungen attraktiv" , gab sich Martin W. Rey optimistisch. Langfristig werde sich der am Markt vorhandene Bedarf für eine weitergehende Nutzung durchsetzen.

"Wir sind mitten in den Verhandlungen für die anstehende Saison", betont Kreft von Byern. Für die Flüge nach Lahr im vergangenen Spätjahr aus Berlin, Wien und Nottingham könne man eine sehr positive Bilanz ziehen. Der Park und die Modalitäten seien begeistert aufgenommen worden. Die Gespräche mit Partnern aus dem Reisegewerbe ständen derzeit in der letzten Phase, Definitives stehe aber noch nicht fest. Die bisherigen Erfahrungen, so Kreft von Byern, hätten gezeigt, dass Flüge in den Europa-Park von Rotterdam aus (für die Benelux-Staaten) wenig Zuspruch gefunden hätten, sehr positiv seien aber die Erfahrungen mit ?sterreich (Wien) und England gewesen. Hier habe man mit Nachdruck gearbeitet. Der Zuspruch aus Vorarlberg sei schon jetzt ganz gut, bezogen auf Bus- und Individualreisende. Entschieden sei auch noch nichts, was Flüge aus der Bundeshauptstadt Berlin angeht.

Kreft von Byern bekräftigte gegenüber der BZ, dass die Entwicklung der Beziehung zwischen dem Europa-Park und dem Flughafen Lahr nur ma?voll möglich sei: Schritt für Schritt, von Jahr zu Jahr, das sei die Marschrichtung. Natürlich habe man in den ins Auge gefassten Regionen gemeinsam mit gro?en Zeitungen oder Reiseveranstaltern Informationsaustausch und Aktionen auf den Weg gebracht. Derzeit geht man im Europa-Park davon aus, dass die Aufbauarbeit in den neuen Märkten hauptsächlich zu Flügen zwischen Juni und September führen wird. Recht guten Mutes ist man insbesondere beim englischen Markt, weil man dort eine hohe Affinität zu Freizeitparks festgestellt hat. Auch wenn Engländer unter einem Freizeitpark sich eher etwas anderes vorstellen, als das, was der Europa-Park ihnen bietet. Der sei anders, grö?er und qualitätvoller als das, was man im Vereinten Königreich kennt.

© 2007 Badische Zeitung