Santa Isabel bittet zu Bett

Wachstum und kein Ende ? der Europa-Park Rust eröffnet sein viertes Vier-Sterne-Hotel
Von unserer Redakteurin Maikka Kost

RUST. Der Europa-Park und seine Rekorde: Mit dem gestern eröffneten 290-Betten-Haus "Santa Isabel" verfügt Deutschlands grö?ter Freizeitpark auch über Deutschlands grö?tes zusammenhängendes Hotel-Resort. 5000 Gäste können in vier Vier-Sterne-Häusern, dem Tipi-Dorf und dem Camping-Bereich nächtigen. Der Konkurrenz müsste es den Angstschwei? auf die Stirn treiben. Doch das Gegenteil ist der Fall.

"Die Hotels im Europa-Park strahlen positiv aus" , sagte gestern bei der Einweihung des neuen Hauses Rusts Bürgermeister Günther Gorecky und verwies auf acht Privathotels und mehr als 70 Pensionen, die in den vergangenen Jahren rund um den Park entstanden ? und florieren. Rust liegt im mittleren Schwarzwald mit nahezu 600 000 ?bernachtungen pro Jahr auf Rang fünf hinter Freiburg, Karlsruhe, Baden-Baden und Baiersbronn. Für Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH besteht kein Zweifel: "Wenn es den Europa-Park nicht gäbe, müsste man ihn erfinden." Zusätzliche Kapazitäten in Rust aber bringen von jeher auch mehr Gäste in die Region. Das sagt Klaus Althoff, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Schwarzwald-Bodensee. Befürchtungen, am Markt könnte es eng werden, hält Althoff für unberechtigt.

Schlie?lich begrü?t man selbst in Freiburg, wo der Europa-Park lange kritisch beäugt wurde, die 14-Millionen-Euro-Investition. "Konkurrenz belebt nur das Geschäft" , meint Bernd Dallmann, Geschäftsführer der Freiburg Werbung Touristik und Messe GmbH und lobt vor allem das hochwertige Angebot des neuen Hotels: Die Gäste verlangten heute einen gewissen Standard. Umso besser, wenn die Region kräftig mithalten könne.

"Mit dem neuen Hotel reagieren wir nur auf die Nachfrage" , sagte gestern Parkchef Roland Mack. Sein Europa-Park werde immer öfter als Kurzreiseziel für mehrere Tage gebucht. Die drei bestehenden Hotels aber seien zu 90 Prozent ausgelastet. Zudem erhofft sich der Park vom Flughafenbetrieb in Lahr mehr Gäste.

Im "Santa Isabel" , das einem alten portugiesischen Kloster nachempfunden wurde, ist kurz vor dem Einzug der ersten Gäste eine 80-prozentige Auslastung schon erreicht. "Insgesamt liegen wir bei den Vorausbuchungen sogar 10 000 Zimmer über dem Ergebnis des Vorjahres" , erklärte Hotelchefin Michael Doll-Lämmer. In dem fünfstöckigen Neubau sind neben 58 Zimmern und acht Suiten auch zwei Konferenzsäle und eine Wellnessoase entstanden. In Spitzenzeiten sollen 200 Menschen hier arbeiten.

Ein Ende ist nicht in Sicht: "Sie werden noch von uns hören" , versprach Roland Mack. Als nächstes stehe die Erweiterung von 70 auf 82 Hektar an. Auch weitere Hotels habe man im Blick. Das Unternehmen bereitet den Generationswechsel vor: Gestern stellte Mack seine Söhne Thomas (26) und Michael (28) als neue Mitglieder der Geschäftsführung vor.

© 2007 Badische Zeitung