Mögliche Änderungen beim Flughafen Lahr - 20.01.2010

Es sieht momentan so aus, als ob es zukünftig ?nderungen geben wird, was die Nutzung des "Europa-Park-Flughafens" Lahr anbelangt. Mehrere Zeitungen/Medien melden, dass der Flughafenbetreiber Babcock & Brown seinen "Airport" verkaufen möchte, da die erwarteten Besucherzahlen von Europa-Park-Gästen ausblieben.

Siehe hierzu zwei Artikel:

Badische Zeitung vom 20.01.2010
Babcock sucht nach neuen Investoren
Für den Flugplatz Lahr schlägt die Stunde der Wahrheit

Erneut ist alles offen. Babcock & Brown (B & B), der Betreiber des Lahrer Flugplatzes BFAL, sucht nach Interessenten, die sich im Lahrer Westen engagieren wollen. Offiziell gibt es dazu keine Stellungnahme.


LAHR. BFAL-Geschäftsführer Axel Gro?mann bestätigte indessen, dass Babcock & Brown den Flugplatz ganz oder teilweise verkaufen will. Offen bleibt, ob es Interessenten gibt. Martin Rey, Geschäftsführer in der deutschen Niederlassung des angeschlagenen australischen Investors, mag dazu nichts sagen. Bei der Stadt Lahr hofft man, dass potenzielle Interessenten die begrenzte Lizenz mit übernehmen, damit weiterhin Flugbetrieb möglich ist.

Martin W. Rey, der für das Europageschäft zuständige Chef bei B & B, ist seit Monaten abgetaucht. Angeblich wurde schon vor längerer Zeit ein Makler damit beauftragt, nach strategischen Partnern zu suchen, die die immensen Kosten für den laufenden Betrieb mit auffangen und möglicherweise neue Geschäftsfelder eröffnen. Die Flüge zum Europa-Park, die in den vergangenen Jahren für die einzig nennenswerten Passagierzahlen gesorgt haben, erreichten bei weitem nicht das Volumen, das ursprünglich angedacht war. "Wir setzen ganz auf die Attraktivität des Europa-Parks in Rust und den Inbound-Charterverkehr", hatte Rey noch 2006 die beschränkte Lizenz begrü?t. Allerdings zeigten die anvisierten Märkte in England und den Beneluxländern kein Interesse. Lediglich aus Wien kamen Besucher via BFAL in den Europa-Park.

Grossmann: Nichts Konkretes in Planung
Unklar ist, ob die auch noch in diesem Jahr in Lahr landen. Es sei im Moment nichts Konkretes in der Planung, räumt Gro?mann auf Anfrage ein. Rey zeigte sich demgegenüber ganz sicher, dass es im Sommer wieder Flüge geben wird. Wer indessen auf der Homepage des Euopa-Parks unter dem BFAL-Logo die Direktflüge anklickt, der kommt zum Baden-Airpark Söllingen. Dort landen jetzt die Flieger aus Wien. Auch wenn Gro? mann und Europapark-Sprecherin Caroline Hassler sich alle Mühe geben, nicht von einem endgültigen Aus für die 2006 eingerichteten Passagierflüge zu sprechen ? mit der Linienverbindung der Air Berlin nach Söllingen, die zweimal täglich angeboten wird, ist dem Lahrer Flugplatz beträchtliche Konkurrenz erwachsen. Wegen der beschränkten Lizenz dürfen in Lahr nur Maschinen landen, die eigens für den Transport zum Europa-Park gebucht worden waren. Das verkompliziert die Dinge erheblich.

In Rust tüftelt man an Konzepten, wie man das Potenzial der Berlin-Flüge in Söllingen optimal nutzen kann. Das reicht von Paket- Angeboten bis zu einem Angebot für die rund 50 Kilometer am Boden: "Die Passagiere können einen Mietwagen in Söllingen nehmen und bei uns abgeben", sagt Hassler. Alternativ gebe es eine Busverbin dung und die Zusammenarbeit mit regionalen Taxiunternehmen.

2005 hatten die australischen Investoren den Flugplatz von der pleite gegangenen englischen Plane Station Group übernommen. Die hatte damals ihren Wunsch nach einer unbeschränkten Fluglizenz bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig getragen. Der Konkurs sorgte dann für ein abruptes Ende der Bemühungen: B & B war erstaunlicherweise nicht an einer Fortsetzung des Rechtsstreits gegen das Land Baden-Württemberg interessiert. Warum man damals die Klage zurück zog, bleibt bis heute unklar. Mit der begrenzten Lizenz für Passagiere zum Europa-Park und der Genehmigung Frachtflüge ? allerdings ohne Zollstatus ? konnte man nie in die Nähe von schwarzen Zahlen kommen. Offizielle Zahlen wurden nie genannt, aber unter Hand kursiert die Summe von über einer Million Euro pro Jahr, die B & B in Betrieb und Unterhalt des Flugplatzes investiert.

Eine Stellungnahme der Stadt zur Situation auf dem Flugplatz gibt es nicht. Aber es ist klar, dass die Entwicklung nicht im Interesse der Kommune sein kann. Im Umfeld des BFAL haben sich Logistiker niedergelassen, die derzeit zwar nicht die Möglichkeiten des Flugplatzes nutzen, sich zum Teil aber auch deshalb angesiedelt haben, weil die Infrastruktur vorhanden ist. Sollte es zu einem Eigentümerwechsel kommen, wäre es fatal, wenn die Lizenz zum Fliegen erlöschen würde. Seit seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister kämpft Wolfgang G. Müller für die fliegerische Nutzung. Erwünscht wird die auch von gro?en Unternehmen der Region, die den BFAL als Homebase nutzen ? allen voran der Schwanauer Tunnelbauer Herrenknecht.

© Badische Zeitung, Originaltext hier

Hitradio Ohr vom 20.01.2010
Black Forest Airport Lahr mit Europa-Park-Flügen offenbar gescheitert
20.01.2010 17:07 - Für dieses Jahr hat sich noch kein Flieger angemeldet ? Flughafenleitung bislang zu keinem Kommentar bereit

Weiterer Rückschlag für den Lahrer Flugplatz. Möglicherweise werden die Europa-Park-Flieger in diesem Jahr ganz ausbleiben. So war bereits im vergangenen Jahr kaum noch Interesse von Reiseveranstaltern mit Charterflügen vorhanden. Die letzte Maschine kam aus Wien. Diese Route bedient jedoch ?Air Berlin? inzwischen täglich vom Flughafen Karlsruhe Baden-Baden aus. Von einem kompletten ?Ausscheiden? Lahrs bei den Europa-Park-Zubringer-Flügen will Europa-Sprecherin Caroline Hassler jedoch nicht sprechen.

Die Leitung des Black Forest Airports in Lahr wollte sich bislang nicht zu dem Thema äu?ern. Wie wir bereits berichteten, sucht der australische Flughafeninvestor Babcock & Brown einen Käufer für den Flugplatz.

© Hitradio Ohr, Originaltext hier


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