Wie Gazprom nach Rust kam

Der russische Energieriese Gazprom wirbt im Europa-Park in Rust für seine Marke und sein Image. Doch auch der Freizeitpark profitiert von der Kooperation.

430 Millionen Euro hat die Volkswagen AG in ihre Autostadt bei Wolfsburg gesteckt. Brand Lands nennt die Branche Themenparks, in denen Verbraucher eine Marke erleben können. Fans der Kristallfiguren von Svarowski pilgern nach Wattens in Tirol, wer Kinderträumen nachhängt, reist nach Giengen an der Brenz und besucht die "Welt von Steiff". Die Idee ist dieselbe: Die Kunden sollen einen positiven Eindruck von einem Unternehmen erhalten ? oder einfach einen schönen Tag verbringen.

Auf diese Strategie setzt auch der russische Energieriese Gazprom, seit dem vergangenem Jahr Hauptsponsor des Europa-Parks. Mack investierte 20 Millionen Euro in die Looping-Achterbahn "Blue Fire", die Russen beteiligten sich in unbekannter Höhe daran. Im Gegenzug darf jetzt Gazprom in einem dreistöckigen Ausstellungs- und Tagungszentrum in eigener Sache werben. Türöffner für diese nicht immer einfache Kooperation war Klaus Mangold, der als Vorsitzender des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft über beste Kontakte verfügt.

"Es gibt weltweit kein anderes Produkt, das so emotional präsentiert wird", schwärmt Roland Mack über den Gazprom-Auftritt. Die Kooperation mit dem weltweit agierenden Energiekonzern soll dem Familienunternehmen neue Kunden erschlie?en. "Der Park wird für unser Unternehmen ein zentraler Standort für Veranstaltungen und Tagungen sein", sagte Burkhard Woelki von Gazprom Germania. Das Unternehmen werde für den Europa-Park international werben. Der erste Prominente hat sich bereits angemeldet: EU-Kommissar Günther Oettinger.

© BADISCHE ZEITUNG vom 24.03.2010