Auf Potenzial des Parkes abgestimmt

Zweckverband Tourismus-Dienstleistungen-Freizeit Ringsheim/Rust weist Sonderfläche aus.

RINGSHEIM/RUST (amu). Der Zweckverband Tourismus-Dienstleistungen-Freizeit Ringsheim/Rust hat in seiner jüngsten Sitzung mit der Verabschiedung der fünften ?nderung zum Flächennutzungsplan für das Verbandsgebiet entscheidende Weichen für die Entwicklungder 140 Hektar gro?en Fläche zwischen Europa-Park und Autobahn gestellt. Darin werden zwei Sondernutzungsflächen ausgewiesen und die dafür vorgesehene Nutzung definiert. Keine Frage, dass die Entwicklungsperspektiven des Europa-Parks bei der Festlegung Pate standen.

Vorgestellt wurden in der Zweckverbandsversammlung die Pläne für die fünfte ?nderung von Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Freiburg. Grundlage für die Planung war das Konzept "Zukunft" des Europa-Parks, mit dem der Park Zielvorgaben für die Erhaltung und Steigerung der Attraktivität des Standortes gemacht hat. Dabei geht es etwa um eine Park-Erweiterung mit den Nutzungsarten Wasserpark, Themenpark, Entertainment, Fun-Sportmöglichkeiten und Hotelerie.

Die planerische Umsetzung führte nun zur Ausweisung von zwei Sondergebieten (S1 und S2), mit einem Grünzug als Puffer auf den Gemarkungen der beiden Gemeinden. Im Sondergebiet 1 mit 27,7 Hektar südöstlich von Rust auf deren Gemarkung gelegen, ist als Zweckbestimmung ein Wasserpark vorgesehen mit Möglichkeiten zur ?bernachtung (Hotels) und entsprechender Infrastruktur. Im Anschluss daran hat das Planungsbüro einen Grünzug auf einer Fläche von 15,8 Hektar vorgesehen. Der östliche Anschluss an den Grünzug bis zur Autobahn ist das Sondergebiet 2. Hier soll einmal ein Themenpark, ein Feriendorf, Entertainment und eine Camping-Landschaft entstehen. Der grö?te Teil des Geländes davon, nämlich 75,5 Hektar ist auf Ringsheimer und 8,7 Hektar auf Ruster Gemarkung.

Zwei Sondergebiete sind für weitere Entwicklung des Parks

Fischer verwies in seinen Ausführungen darauf, dass es sich bei der Grünfläche (15,8 Hektar) um den im Rahmen der ?nderung des Regionalplanes geforderten Grünkorridor handle. Ergänzende Nutzungen wie beispielsweise Parkplätze müssten daher durchgrünt hergestellt werden. In den Grünzug integrieren müsse man auch eine sogenannte "Wildbrücke", um den Wildwechsel nicht zu gefährden. Fischer machte aber auch deutlich, dass es noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde, bis die raumordnerischen und planerischen Belange geklärt seien. Bis dahin bestimmen noch Traktoren der Landwirte sowie Erdbeer- und Spargelkulturen das Bild. Die Verbandsversammlung war indes mit den Vorschlägen von Fischer einverstanden und beauftragten den Zweckverband, bei der Verwaltungsgemeinschaft Ettenheim die ?nderung des Flächennutzungsplanes zu beantragen.

Schon zu Beginn der Sitzung hatte Verbandsvorsitzender Günter Gorecky, zugleich Bürgermeister von Rust, erklärt, dass es mit der Umsetzung der in der fünften ?nderung zum Flächennutzungsplan niedergeschrieben Entwicklungsstufen noch dauern werde. Noch gehe es um vorbereitende Arbeiten. Und dennoch hatte der Zweckverband bereits hohe Aufwendungen zu leisten. So seien beispielsweise für Gutachten und Bebauungspläne an die 85 000 Euro Kosten entstanden. Auch für Verwaltungskosten (21 000 Euro) sowie Reisekosten und Sitzungsentschädigungen (zusammen 10 000 Euro) habe der Zweckverband Geld ausgegeben. Einkünfte generiere der Verband über die Betriebs- und Verwaltungskostenumlagen der beiden Gemeinden (103 000 Euro) und sonstigen Erträgen (4 000 Euro). Der Jahresverlust in 2009 belief sich auf 12 800 Euro, wodurch sich das Eigenkapital auf rund 1800 Euro reduziert habe, so Gorecky.

Gorecky erläuterte auch, weshalb die Flächennutzungsplanänderung notwendig geworden war. Letztlich gehe es dabei darum, die von den Gemeinden gewollte Entwicklung auf dem Gebiet abzusichern, denn Regionalverband und Regierungspräsidium hätten schon versucht, die Weichen anders zu stellen. "Wir könnten Entwicklungen im Gebiet haben, die wir aber nicht wollen", sagte Gorecky und meint damit die Ansiedlung von Investoren, die nicht den Zielen des Zweckverbandes entsprechen.

© BADISCHE ZEITUNG vom 29.04.2010