?Ja? zu Entwicklungsmöglichkeiten des Europa-Parks

Gemeinsamer Ausschuss stimmt der 5. ?nderung des Flächennutzungsplanes zu.

Foto: Thomas Duffner / Ettenheimer Stadtanzeiger

Auf 127 Hektar Fläche zwischen Ringsheim und Rust soll nun in zwei Bereichen mit einmal 48 Hektar und zum anderen mit 27 Hektar für touristische Einrichtungen geplant werden. Dort, wo die Hochspannungsleitungen sind, wird mit 15 Hektar eine Grünzone eingeplant, so der Beschluss in der vergangenen Woche für den neuen Flächennutzungsplan.

Ettenheim (ks). Gebundene Voten aus den entsendenden Gemeinderats- Gremien sorgten am Ende für Einstimmigkeit. Der Gemeinsame Ausschuss der Städte Ettenheim und Mahlberg und der Gemeinden Rust, Ringsheim und Grafenhausen stimmten einer fünften ?nderung des Flächennutzungsplanes zu, die nun die Ausweisung eines ?Sondergebietes? und einer Grünfläche auf den Gemarkungen Ringsheim und Rust mit insgesamt 127 Hektar möglich macht.

?ber die Hintergründe dieser ?nderung, die zuvor bereits in den Gemeinderäten der Verwaltungsgemeinschaft diskutiert worden waren, unterrichtete in der Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro in Freiburg. Auf der Fläche zwischen Rust und Ringsheim soll ein ?regional bedeutsamer Schwerpunkt für Freizeit und Tourismus? im Regionalplan ausgewiesen werden können. Konkret bedeutet das: Auf der Gemarkung Rust sollen 27,7 Hektar als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung ?Wasserpark, ?bernachtung, Infrastruktur? ausgewiesen werden. Mit der ?nderung sollen die baurechtlichen Voraussetzungen für ein Spa?bad mit Wasserpark, für weitere ?bernachtungsmöglichkeiten sowie für eine Hotel und Kongressanlage geschaffen werden.

84,2 Hektar
Auf Ringsheimer Gemarkung soll ein 84,2 Hektar gro?es Gebiet der Zweckbestimmung ?Themenpark, Gemeinsamer Ausschuss stimmt der 5. ?nderung des Flächennutzungsplanes zu Feriendorf, Entertainment, Campinglandschaft? zugeführt werden. Hier könnte dann ein Veranstaltungs oder Open-Air-Gelände sowie ein Camping- und Caravaningangebot entstehen. Zwischen den beiden neuen Sondergebieten soll eine lebendige Grünanlage mit Naturbezogenheit und hohem Freizeitwert in einer Grö?e von 15,8 Hektar ausgewiesen werden.

Fischer machte deutlich, dass die Planänderung erforderlich sei, um die Wettbewerbsfähigkeit des Europa-Parks zu erhalten. Im angedachten Plan sieht Fischer ein ?schlüssiges, sinnvolles Konzept?. Allein Elisabeth Lüdemann, die zuvor schon im Ettenheimer Gemeinderat heftig gegen das Vorhaben argumentiert hatte, trug nun auch im Gemeinsamen Ausschuss ihre Bedenken vor. In ihrem ?Appell an die anwesenden Bürgermeister? (Metz, Gorecky, Palleit, Benz, Dixa) beklagte sie, die Bevölkerung nehme ständig ab, das Geld werde überall knapper, nur der Verbrauch der Fläche steigeweiter an. In besagtem Gebiet handele es sich um besten Ackerboden.

Im Park nur 15 Prozent überbaut
Rusts Bürgermeister Günter Gorecky griff Lüdemanns Ball auf und führte aus, dass auf der gesamten Fläche des Europa-Parks nur 15 Prozent fest überbaut seien, 85 Prozent aber unversiegelt seien. Mit der beantragten ?nderung bekämen die betroffenen Gemeinden vielmehr eine rechtliche Handhabe gegenanderweitige Nutzung, eine Möglichkeit, Fehlentwicklungen durch ?andere Interessen? zu vermeiden, die die Gemeinden dann nicht mehr beeinflussen könnten.

Auch Ringsheims Bürgermeister Heinrich Dixa befand, hier werde eine reizvolle ?Parklandschaft? ermöglicht. ?Wir wollen die Natur zwischen den Wäldern nicht zersiedeln, vielmehr die Pfunde der Natur hier erhalten, den herrschenden Wildwechsel weiterhin gewährleisten?. Eine Einflussnahme in diese Richtung verlange aber eine entsprechende rechtliche Festlegung über eine ?nderung des Flächennutzungsplanes. Dixa sicherte zu, hier etwas zu machen, was in die Natur passe.

Planung vergeben
Ebenso einstimmig wie bei diesem Grundsatzbeschluss erteilte der Gemeinsame Ausschuss in der Folge den Auftrag für die Planung an das Planungsbüro Fischer, Freiburg. ?Aus positiven Erfahrungen einer langjährigen guten Zusammenarbeit sowie aus finanziellen Gründen?, so Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz, die Entscheidung begründend.

© Ettenheimer Stadtanzeiger vom 01.07.2010