Der Bad-Park liegt auf Eis

Auf dem Areal des Tourismus-Zweckverbands Rust/Ringsheim bewegt sich noch nichts.

RUST/RINGSHEIM. Gerade einmal zehn Minuten hat die öffentliche Sitzung des Tourismus-Zweckverbandes Rust/Ringsheim im Alten Rathaus in Rust gedauert. Ein Grund: Auf dem interkommunalen Gewerbegebiet des Zweckverbandes tut sich derzeit noch nichts Konkretes, es gilt also weder über Grundstücksverkaufe noch über Investitionen in die Infrastruktur zu entscheiden. Dennoch, die Zweckverbands-Gemeinden Rust und Ringsheim bringen gemeinsam 149 000 Euro auf an Betriebs- und Verwaltungskostenumlage auf.

Am 15. Dezember 2005 starteten die Gemeinden Ringsheim und Rust den Zweckverband mit dem Ziel, auf dem etwa 140 Hektar gro?es Fläche zwischen Rust und der Autobahn ein Sondergebiet für Tourismus-Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen zu entwickeln. In erster Linie wird das Areal als Entwicklungsfläche für den Europa-Park vorgehalten, denn nach Süden kann sich der Park nicht mehr vergrö?ern. Von gro?zügigen Badelandschaften und Freizeiteinrichtungen ist nach wie vor die Rede. Klar scheint auch, dass die Nutzfläche neben dem Europa-Park auch allgemein für Investitionen in der Freizeit- und Tourismusbranche vorgehalten wird, denn nur in diesem Wirtschaftsbereich sehen Rust und echtes Entwicklungspotenzial.

Dass der Europa-Park schon morgen mit der Nutzung des riesigen Areals beginnen könnte, steht aber nicht in Aussicht. Wegen der klimatischen Verhältnisse ist im Bereich von Badelandschaften nur mit sogenannten Indoor-Angeboten zu planen, dass hei?t überdachte oder gar eingehauste Erlebnisbadkonzepte. Und solche Investitionen sind nur mit gewaltigem Kapitaleinsatz zu schultern.

Bis dahin wird der Zweckverband allerdings planerisch in die Infrastruktur investieren müssen und zugleich auch die Belange des Umweltschutzes durch Gutachten zu untersuchen haben. Finanziert werden die Vorleistungen des Zweckverbandes über Umlagen aus den Kassen der beiden Mitgliedsgemeinden. Eigenes Personal hat der Zweckverband nicht, die Aufgaben werden von der Gemeindeverwaltung in Rust wahrgenommen und dem Zweckverband in Rechnung gestellt, erklärte Rusts Bürgermeister Günter Gorecky, zugleich Zweckverbandsvorsitzender. Für das Wirtschaftsjahr 2011 werden die beiden Gemeinden zusammen so 149 000 Euro in den Zweckverband einbringen (74 500 Euro je Gemeinde). Die höchsten Ausgaben fallen davon für Gutachten und Bebauungspläne an (120 000 Euro). "Die ?nderung des Flächennutzungsplanes erfordert wiederum Gutachten, die beträchtliche Summen verschlingen werden", erklärte Ringsheims Bürgermeister Heinrich Dixa in der Sitzung. An Betriebs- und Verwaltungskosten wurden von 2006 bis 2010 bisher schon 339 000 Euro (pro Gemeinde 169 500 Euro) erbracht.

Der Antrag eines Freiburger Motorsportclubs zur Errichtung eines 14 Hektar gro?en Trainingsgeländes mit Sportstätte auf dem Gelände wurde von der Verbandsversammlung in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt, bestätigte gestern Bürgermeister Gorecky auf Anfrage.

© BADISCHE ZEITUNG vom 18.12.2010