Interview mit Hendrik Schwarzer und Jan Lepold im November 2014


In den Halloween Wochen 2014 wurde das erste Europa-Park Musical namens "Spook Me!" im Teatro dell`Arte 2 Mal täglich aufgeführt. Das Musical feierte einen Riesenerfolg im Park. Es bildeten sich häufig Menschentrauben im italienischen Themenbereich vor dem Vorstellungsbeginn. Manchmal hieß es bei der ersten Show am Tag (17:30 Uhr) auch schon bevor die Menschentraube komplett im Theater war: „Das Theater ist voll! Die nächste Vorstellung ist um 19:00 Uhr.“

Epfans.info hat das folgende Interview mit Hendrik Schwarzer und Jan Lepold zum Musical geführt. Sie sind neben Katja Mack (Choreografie & Kostüm) und Ulrich Grawunder (Co-Regie) zwei der Macher des ersten Europa-Park Musicals. Im Booklet des Musicals findet man ebenfalls ein Interview mit Hendrik und Jan.

Hendrik Schwarzer ist den meisten Fans mittlerweile ein Begriff. Er hat schon mehrere Stücke für den Europa-Park komponiert, wie z.B. den Soundtrack zur Holzachterbahn WODAN. Beim Musical „Spook Me!“ übernahm der 1987 in Freiburg im Breisgau geborene Hendrik Schwarzer auch wieder die Komposition. Zusammen mit seinem Unternehmen „Orchestral Tools“ entwickelt er auch Musiksoftware, die international von Filmkomponisten, wie z.B. Hans Zimmer in Hollywood Produktionen, eingesetzt wird.

Jan Lepold wurde 1983 ebenfalls in Freiburg im Breisgau geboren. Er ist Gitarrist und Songwriter. Im Unternehmen von Hendrik Schwarzer ist er als Projektentwickler und Produktionsleiter für Film- und digitale Medien seit seinem Master-Abschluss „Medien und Kommunikation“ tätig. Die Geschichte, das Libretto von „Spook Me!“ trägt seine Handschrift und gemeinsam mit Ulrich Grawunder vom Europa-Park (Bereich Show & Event) führte er die Regie.

v.l. Jan Lepold und Hendrik Schwarzer

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„Spook Me!“ feiert einen großen Erfolg im Park. Herzlichen Glückwunsch dazu. Bis zu diesem Erfolg gab es einen langen Weg. Könnt ihr uns den Weg ein wenig beschreiben und ein paar zeitliche Meilensteine nennen?

Hendrik Schwarzer: Thomas hatte schon früh die Idee, ein eigenes Europa-Park Musical zu produzieren und hatte mich bereits während den Europa-Park Soundtrack Recordings in Minsk vor einigen Jahren darauf angesprochen. Innerhalb unserer Firma hatten wir uns auch schon öfters über das Thema Musical unterhalten. Eines Tages hatte mir Jan eine unglaublich passende Geschichte für ein solches Projekt vorgestellt. Ich war sofort begeistert von der Idee, eine Geschichte um das alte, historische Geisterschloss des Parks zu erzählen.

Jan Lepold: Um das Projekt vorstellen zu können, haben wir die Geschichte, die Charaktere und zwei vorproduzierte Songs präsentiert. Zu unserer Freude waren Thomas und Katja gleich begeistert. Von da an nahm alles seinen Lauf. Die Orchesteraufnahmen in Berlin waren im April dieses Jahres. Probenbeginn war Anfang September, die Probezeit betrug dann ca. 3 Wochen.

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Gab es Vorgaben vom Park oder hattet ihr einen großen Spielraum? Wir denken z.B. an Budget oder Showlänge.

Hendrik Schwarzer: Anfangs gab es mal die Vorgabe von maximal 30 Minuten Showlänge. Wir hatten aber relativ schnell gemerkt, dass obwohl wir die Geschichte recht komprimiert erzählen, uns diese Zeit nicht ausreichen wird. Das ist natürlich auch eine Qualitätsfrage, und wir sind alle froh, dass hier keine Kompromisse gemacht wurden.
Aus Sicht von uns Künstlern hatten wir unglaublich viele Freiheiten und auch Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Europa-Park. Das liegt sicher mit unter daran, dass Thomas selbst auch Musiker ist.

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Wie viele Arbeitsstunden habt ihr jeweils ca. in dieses Musical investiert?

Hendrik Schwarzer: Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen ;-). Ein Jahr Arbeit haben wir da schon investiert.

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Wie wurden die Hauptrollen besetzt? Gab es Castings oder wurden die Darsteller direkt gefragt, ob sie Interesse hätten?

Jan Lepold: Es gab beide Varianten. Unsere beiden männlichen Hauptdarsteller, Nicolas Christahl und Steffen Friedrich, wurden gecasted. Anne Schilling und Ornella De Santis hatten schon viele andere Engagements im Park. Es stellte sich sehr schnell heraus, das die beiden perfekt für die gesuchten Rollen waren. Wir mussten also nur noch Fragen.

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Als Inspiration für das Musical diente das Geisterschloss vom Park. Seid ihr die Bahn häufiger während der Entstehung des Musicals gefahren? Welches sind eure Lieblingsszenen in dieser Parkattraktion und warum?

Hendrik Schwarzer: Das Geisterschloss kennen wir ja selbst aus unserer Kindheit. Szenen wie der Fahrstuhl oder die Geister, die um das Klavier herum tanzen, haben uns früh beeindruckt.

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Wie wurdet ihr von Ulrich Grawunder vom Europa-Park (Co-Regie) bei der Inszenierung unterstützt?

Jan Lepold: Ulrich Grawunder ist ein Typ, der auf der Bühne zuhause ist. Er ist Schauspieler durch und durch und kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dementsprechend viel versteht er von schauspielerischer Entwicklung auf der Bühne. Wir sind ihm sehr dankbar, dass er uns dabei immens unterstützt hat.

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Habt ihr eine persönliche Lieblingsszene in eurem Musical? Wenn ja, welche?

Hendrik Schwarzer: Spook Me! hat so viele coole Szenen wie den Ball der Geister, Tao´s Sehnsucht, das Duett oder auch Isperias Triumph nachdem das Herz des Königs gebrochen wurde.

Jan Lepold: Das Finale, wenn die Geister mit den Kerzen zurück auf die Bühne kehren. Das finde ich immer wieder sehr gelungen.

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Jan, könntest Du Dir vorstellen weitere Projekte für den Park zu machen oder bleibt es für dich etwas Einmaliges?

Jan Lepold: Es war ein großartiges Projekt. Gerne mehr davon :-). Wenn sich etwas Neues in dieser Richtung ergibt, werden Hendrik und ich dabei aber definitiv als Team auftreten.

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Einige Fans würden sich freuen, wenn „Spook Me!“ dauerhaft im Park zu sehen wäre. Wie denkt ihr darüber? Ist das Musical für euch etwas Besonderes, was nicht immer zu sehen sein sollte?

Hendrik Schwarzer: Hinter Spook Me! steckt unglaublich viel Arbeit und Herzblut. Wir würden uns daher natürlich riesig freuen, wenn es nochmal aufgeführt wird. Spook Me! hat im Europa-Park sicher eine weitere Türe aufgestoßen und wir sind alle genauso gespannt wie ihr, wie es wohl weitergehen wird, denn "Alles hat sein Ende und somit seinen Neuanfang".

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Wir bedanken uns für das Interview.

Spook me! The Europa-Park Musical
© Europa-Park

© Europa-Park 2014